Am 25. August 2006 feierten wir ein großes Kinderfest zum Abschied der Bibby Altona. Der Film dokumentiert die Arbeit der ersten zehn Jahre und gibt einen kleinen Einblick in das Leben auf den Schiffen. Wir haben ihn wieder entdeckt als wir hörten, dass in Hamburg wieder über neue “Wohnschiffe” für Geflüchtete nachgedacht wird.

Unterstützer_innen

Unsere Arbeit wird derzeit ermöglicht von

  • vielen Spender_innen und Freund_innen
  • der Aktion Mensch
  • der Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration Hamburg
  • der BürgerStiftung Hamburg
  • Conley's Helps!
  • der HIT Stiftung
  • der Jovita Kinder- und Jugendstiftung
  • der Jürgen Senpiel Stiftung
  • der preuschhofstiftung
  • der Ruckriegel Stiftung
  • der Sebastian Cobler Stiftung
  • dem Spendenparlament Hamburg
  • der Stiftung :do
  • der Stiftung Maritim Hermann & Milena Ebel
  • terre des hommes
    Eine Liste all unserer Partner_innen seit Beginn unserer Arbeit findet sich hier.
    Vielen Dank!

  • Jahresbericht 2014

    Vorab

    Seit rund 20 Jahren arbeitet das Wohnschiffprojekt Altona mit Flüchtlingskindern und -jugendlichen in Hamburg.
    Nachdem im September 2006 die Unterbringung auf „Wohnschiffen“ in Hamburg vorerst endete und die Zentrale Erstaufnahme in diesem Zusammenhang in das Lager Horst in Mecklenburg-Vorpommern verlegt wurde machte das Projekt seine letzte große Umstellung. Heute arbeitet das Wohnschiffprojekt vor allem in verschiedenen lagerähnlichen Folgeunterkünften in Hamburg, wobei viele Angebote aus der Unterkunft heraus und in die Stadt gehen. Ein Schwerpunkt der Arbeit liegt auf dem Billstieg, einer der größten Unterkünfte in Hamburg.
    Neben der Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration wurde die Arbeit des Wohnschiffprojekts im vergangenen Jahr von der Aktion Mensch, der BürgerStiftung Hamburg, dem Hamburger Spendenparlament, der Jovita Kinder- und Jugendstiftung, der preuschhofstiftung, der Ruckriegel Stiftung, der Jürgen Sengpiel Stiftung, der Stiftung Maritim Hermann & Martina Ebel und vielen privaten Spender_innen ermöglicht.
    So war es uns möglich Angebote in den lagerähnlichen Unterkünften im Billstieg, in Curslacker Neuer Deich und in Alsterberg durchzuführen, sowie überregionale Kurse in Altona und das Schlittschuhlaufen in Planten und Blomen.

    Die Zahl der durch das Wohnschiffprojekt Altona betreuten Kinder und Jugendlichen

    Im vergangenen Jahr konnten wir zwei neue Kurse schaffen und die im Jahr 2013 neu geschaffenen Angebote weiter etablieren, so dass wir im Vergleich mit dem Vorjahr etwas mehr Kinder und Jugendliche erreichten.
    Im Berichtszeitraum nahmen im Wochenschnitt 217 Kinder und Jugendliche an den wöchentlich angebotenen Kursen teil. Hinzu kommen die monatlichen Angebote. Diese Spiel- und Exkursionsangebote erreichen in der Regel je 15 bis 20 Teilnehmer_innen pro Termin.
    Dabei ist zu beachten, dass trotz hoher Kontinuität über das Jahr verteilt mehr Kinder und Jugendliche an unseren Angeboten teilnahmen, da nicht alle das ganze Jahr dabei sind und stets viele neue an den Kursen teilnehmen.

    Projektverlauf, Neuerungen in 2014

    Im vergangenen Jahr haben wir 14 wöchentliche Angebote durchgeführt und decken damit ein breites Spektrum ab. Dabei lassen sich klare Schwerpunkte in der Bildungsarbeit und in der Durchführung von Freizeitangeboten die in die neue Heimat Hamburg hinein gehen ausmachen.
    Beim Schaffen neuer Angebote, aber auch bei der Weiterentwicklung der Bestehenden binden wir die Kinder und Jugendlichen wenn möglich ebenso in die Planung mit ein wie andere Träger und auch fördern & wohnen. So können wir die Angebote nah am Bedarf der Zielgruppe entwickeln und jede Zielgruppe nach ihrem Bedarf fördern.
    Nachdem im Jahr 2013 mit Hilfe der Aktion Mensch, dem Jugenderholungswerk, der Jürgen Sengpiel Stiftung, der preuschhofstiftung und terre des hommes das Angebot im Billstieg unter dem Motto „Mein Recht da zu sein“ am Bedarf orientiert erweitert werden konnte und ein Schwerpunkt der Arbeit auch darin lag, die neuen Kurse zu etablieren und die neuen Mitarbeiter_innen ins Team zu integrieren, konnten wir im vergangenen Jahr wieder beginnen neue Angebote zu planen.

    Die bestehenden Angebote sind heute an allen Standorten etabliert und werden sehr gut angenommen.

    Die erste Mädchenreise des Wohnschiffprojekt war ein Riesenerfolg. Ein besonderes Zugehen auf die Eltern war im Vorfeld nötig, so dass auch Mädchen die an einer „gemischten“ Reise nicht hätten teilnehmen dürfen hier mitfahren konnten. So kam eine bunte Gruppe quer durch die verschiedenen Kulturen zustande, und keine der Teilnehmerinnen fiel aus oder sprang kurzfristig ab. Die Mädchen gaben dabei viele Impulse für die Gestaltung des Programms, so gab es einen „Mädchenabend“ mit Tanz und Styling aber auch viele lange Gespräche über den Umgang mit den Themen die sie beschäftigen in den verschiedenen Kulturen. Im laufenden Jahr wird es wieder eine Mädchenreise geben. Die Mädchen konnten sich hier bei der Suche nach einem Ziel einbringen und so geht es auf vielfachen Wunsch auf einen Bauernhof mit Pferden und Huskys.

    Angestoßen durch den Wunsch der Kinder im 2013 im Rahmen von „Mein Recht da zu sein“ neu geschaffenen Dokumentations-Team begannen wir im Frühjahr 2014 ein Skateboard-Angebot zu planen. Als die Mitarbeiter_innen zu Beginn der Planung in den anderen Kursen davon berichteten zeigte sich, dass der Wunsch nach einem solchen Angebot nicht nur in diesem einen Kurs besteht, sondern allgemein geteilt wurde. Heute haben wir mit dem Skateboard-Angebot ein attraktives Angebot für Kinder geschaffen, das am Wochenende den Billstieg verlässt und in der Gruppe mit Skateboard und dem ÖPNV die Stadt erkundet. Das mit Hilfe des Hamburger Spendenparlaments, der Ruckriegel Stiftung und Thomas I Punkt Moden realisierte Angebot eignet sich dabei sehr gut die Stadt zu erkunden und wird sehr gut angenommen, so dass wir diskutieren auch an anderen Standorten ähnliche Angebote zu schaffen. Heute – im April 2015 – freuen wir uns besonders dass das Angebot dank der preuschhofstiftung und CONLEY’S helps e.V. bis mindestens in den Sommer 2016 hinein gesichert ist.

    Zusätzlich zu diesem Angebot konnten wir noch ein weiteres Anbot im Billstieg neu schaffen. In den Sommerferien startete mit Hilfe der und Jovita Kinder- und Jugendstiftung und der Stiftung Maritim Hermann & Martina Ebel unser Maskentheaterprojekt. Dieses sollte zeitlich begrenzt als Ferienkurs stattfinden, die Resonanz war dann so positiv, dass wir den Kurs auch nach den Sommerferien fortführten. Er geht im Mai 2015 in eine erweiterte Sommerpause und wir hoffen den Kurs im Herbst wieder aufnehmen zu können.
    Die Mitarbeiter_innen des Maskentheaterprojekts planen für 2015 ein weiteres Projekt: In Hamburg Wilhelmsburg soll schon im Herbst ein Theaterprojekt starten das sich mit Hilfe von Capoeira mit dem Thema „Reaktion“ auseinandersetzt.

    Im Sommer mussten wir unser langjähriges Büro bei der Osterkirche verlassen, da die Gemeinde den Raum für den neuen Pfarrer benötigte. Dieser hat eine größere Familie und so mussten wir eine Alternative suchen. Diese fanden wir in der Werkstatt 3 ganz in der Nähe in der wir freundlich aufgenommen wurden und uns heute gut eingelebt haben.

    Das Weihnachtsfest war wieder einer der Höhepunkte des Jahres. Leider konnte dieses nicht wie in den vergangenen Jahren im Jugendclub Struenseestraße stattfinden, da in diesem bis auf weiteres keine externen Träger mehr Angebote durchführen können. Dies ist sehr Schade, eröffnete aber die Möglichkeit einen neuen Ort kennenzulernen. Das Fest zu dem Kinder und Jugendliche aus den Kursen, sowie ihre Eltern, Großeltern und Geschwister eingeladen waren fand diesmal im Haus der Familie im Schanzenviertel statt. Viele Kinder kamen direkt vom am gleichen Tag stattfindenden Schlittschuhlaufen oder dem Mädchenschwimmen, für andere, insbesondere für Kinder aus den Angeboten im Billstieg, hatten wir eine gemeinsame Anfahrt organisiert und so hatten wir ein riesiges gemeinsames Fest. Anders als im Jugendclub bietet das Haus der Familie einen einzigen großen Raum mit einem Übergang zur Küche, so dass alle gemeinsam feierten.

    Der Bedarf an Angeboten wie sie das Wohnschiffprojekt durchführt ist nach wie vor sehr hoch. So lange es die Unterbringung von Flüchtlingsfamilien in lagerähnlichen Unterkünften gibt wird sich an dieser Tatsache auch nichts ändern. Leider wird es nicht möglich sein Angebote zu schaffen, die die mit der Wohnsituation einher gehenden negativen Folgen ausreichend abfedern. Dennoch und gerade deshalb sind der Erhalt der bestehenden Angebote und eine Erweiterung auch an neuen Standorten so wichtig. Die durch das engagierte Team und die geringe Größe des Vereins Wohnschiffprojekt Altona e.V. mögliche Flexibilität erwies sich hier auch im vergangenen Jahr wieder als Stärke. So konnten nicht nur kurzfristig neue Angebote geschaffen werden, ein deutliches Zeichen an die Kinder dass ihre Wünsche und Bedürfnisse ernst genommen werden, sondern auch viele Kinder und Jugendliche über die Kurse hinaus unterstützt werden.