Am 25. August 2006 feierten wir ein großes Kinderfest zum Abschied der Bibby Altona. Der Film dokumentiert die Arbeit der ersten zehn Jahre und gibt einen kleinen Einblick in das Leben auf den Schiffen. Wir haben ihn wieder entdeckt als wir hörten, dass in Hamburg wieder über neue “Wohnschiffe” für Geflüchtete nachgedacht wird.

Unterstützer_innen

Unsere Arbeit wird derzeit ermöglicht von

  • vielen Spender_innen und Freund_innen
  • der Aktion Mensch
  • der Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration Hamburg
  • der BürgerStiftung Hamburg
  • Conley's Helps!
  • der HIT Stiftung
  • der Jovita Kinder- und Jugendstiftung
  • der Jürgen Senpiel Stiftung
  • der preuschhofstiftung
  • der Ruckriegel Stiftung
  • der Sebastian Cobler Stiftung
  • dem Spendenparlament Hamburg
  • der Stiftung :do
  • der Stiftung Maritim Hermann & Milena Ebel
  • terre des hommes
    Eine Liste all unserer Partner_innen seit Beginn unserer Arbeit findet sich hier.
    Vielen Dank!

  • Jahresbericht 2011 – Angebote für Flüchtlingskinder und -Jugendliche

    Ausgangssituation

    Seit 20 Jahren existiert die Kinderbetreuung durch das Wohnschiffprojekt Altona. Unsere Arbeit begann 1992 als Inlandsprojekt von terre des hommes, bereits vier Jahre später konnte das Wohnschiffprojekt als eigenständiger Verein und Projektpartner von terre des hommes seine Arbeit aufnehmen.
    Diese wurde beständig an die realen Bedürfnisse der Flüchtlingskinder und -jugendlichen angepasst – die letzte große Umstellung machte das Projekt nachdem am 30.09.2006 die Bibby Altona abgeschafft und die Zentrale Erstaufnahme nach Horst in Mecklemburg-Vorpommern verlegt wurde. Seitdem arbeitet das Wohnschiffprojekt Altona orientiert an Bedarf und Ressourcen in den über die Hansestadt verteilten Folgeunterkünften und bietet zudem Kurse an zentralen Orten an, zu denen die Teilnehmer_innen einzeln anreisen.
    Im Jahr 2011 konnte das Wohnschiffprojekt Altona Kurse in den lagerähnlichen Unterkünften Mattkamp, Curslacker neuer Deich, Billstieg und Alsterberg anbieten. Das Angebot in der Lohkampstraße wurde infolge der Umstrukturierung der Unterkunft im Laufe des Jahres beendet, stattdessen in der neuen Flüchtlingsanlage in Alsterberg mit Computerkursen für Kinder begonnen. Auch die Computerkurse aus dem Mattkamp wurden verlegt. Zusätzlich zu den Kursen in den Unterkünften konnte das Wohnschiffprojekt Altona überregionale Kurse und einen zeitlich begrenzten Fotokurs anbieten.

    Die Zahl der durch das Wohnschiffprojekt Altona betreuten Kinder und Jugendlichen

    Im Berichtszeitraum nahmen im Wochenschnitt 150 Kinder und Jugendliche an den angebotenen Kursen teil, durch die bedarfsgerechte Erweiterung unseres Engagements konnten so noch mehr Kinder und Jugendliche als im vergangenen Jahr erreicht werden. Dabei ist zu berücksichtigen, dass trotz hoher Kontinuität durch wechselnde Teilnahme über das Jahr verteilt mehr Kinder und Jugendliche an unseren Kursen teilnahmen. An einigen Kursen nahmen so im Laufe des Jahres 2011 nahezu alle Kinder der betreffenden Altersgruppe teil (bezogen auf die jeweilige Unterkunft).

    Beschreibung der Zielgruppen und deren Problemlagen

    Das Angebot des Wohnschiffprojekt richtet sich an Flüchtlings-Kinder und Jugendliche. Ihre Situation ist durch ihre Fluchtgeschichte und ihren meist unsicheren Aufenthaltsstatus geprägt. Sie leben in der Regel in von fördern & wohnen betriebenen Unterkünften, die Merkmale eines Lagers aufweisen. Neben der rechtlichen Abhängigkeit von der Unterkunftsleitung (durch das Fehlen eines eigenen Mietvertrags) wird durch die ähnliche Lebenssituation individuelle Unterschiedlichkeit nivelliert. Alle werden „gleich gemacht“. Das Leben der Kinder und Jugendlichen ist geprägt von der Enge des Raumes, teilweise werden zudem Küchen und Sanitäranlagen von verschiedenen Flüchtlingen geteilt.
    Dabei sind die meisten der Jugendlichen in der Schule integriert, leben jedoch mit ihren Familien in dem abgegrenzten, stigmatisierenden Lebensumfeld der Unterkunft – was auch von außen leicht zu erkennen ist.

    Unsere Angebote und pädagogischen Ziele

    Im Jahr 2011 führten wir wöchentlich zehn (zeitweise elf) Angebote für Flüchtlingskinder und -jugendliche durch. Zusätzlich konnte das Wohnschiffprojekt einen zeitlich begrenzten Fotokurs in der Unterkunft Billstieg anbieten. Darüber hinaus bietet das Wohnschiffprojekt auch Orientierungskurse für junge Erwachsene an, an denen auch einige Jugendliche teilnehmen, sowie einen Sprach- und Alphabetisierungskurs mit Kleinkindbetreuung für junge Mütter.
    Im Spätsommer konnten wir mit dem Sportkurs zudem einen zweitägigen Jugend-Ausflug nach Eckernförde durchführen.
    Bei unserer Arbeit behalten wir unsere pädagogischen Ziele im Blick und fördern die jeweilige Zielgruppe entsprechend ihres Bedarfs. Bei all unseren Angeboten achten wir darauf, die Flüchtlings-Kinder und -Jugendlichen in ihrer unsicheren Lebenssituation zu unterstützen und dabei so weit wie möglich auf ihre Bedürfnisse einzugehen. Durch positive Alltagserlebnisse im Rahmen der von uns angebotenen Kurse werden Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein gestärkt. Sei es durch Erfolg im Sport- oder Computerkurs oder Erlebnisse im Sprach- und Orientierungskurs, die Kurse wirken stabilisierend – oft weit in die Woche hinein.
    Die durch die Lebenssituation in den Unterkünften und mit unsicherer Zukunft erschwerte Persönlichkeitsentwicklung unterstützen und stabilisieren wir gezielt, auch durch die Möglichkeit Spannungen und Ängste auszudrücken und so diese besser zu Verarbeiten. In unseren Kursen erwerben die Kinder und Jugendlichen zudem Bildungskompetenz, was ihnen hilft gelöster in die Zukunft zu blicken und oft sogar eigene Ziele zu formulieren. So bekamen zum Beispiel mehrere Jugendliche, einige auch durch Rat und Unterstützung aus dem Wohnschiffprojekt Altona, im Laufe des Jahres 2011 einen Schulplatz.
    Durch Angebote, die bewusst außerhalb der Unterkunft stattfinden, wird den Kindern und Jugendlichen die Umgebung altersgemäß nahe gebracht.
    Bei all unseren Angeboten achten wir darauf, auch die Eltern angemessen in die Gestaltung der Angebote mit einzubeziehen. Der regelmäßige Kontakt zu den Eltern der Kinder und Jugendlichen trägt zur positiven Entwicklung bei und fördert so die ganze Familie.

    Projektverlauf

    Auch im Jahr 2011 orientierte das Wohnschiffprojekt seine Angebote an den Bedarfen der betreuten Kinder und Jugendlichen. Durch unsere flexible Arbeitsweise und das hohe Engagement der Mitarbeiter_innen waren wir dabei in der Lage schnell auf neue Situationen einzugehen.
    Als zu Beginn des vergangenen Jahres im Billstieg ein hoher Bedarf an unseren Angeboten deutlich wurde, konnten wir schnell neue Kurse an diesem für uns neuen Ort etablieren. Auch der Computerkurs aus dem Mattkamp zog in den Billstieg.
    Der Computerkurs aus der Lohkampstraße zog nach Alsterberg um. Auch in Alsterberg sind wir neben dem Kurs präsent so z.B. bei Festen (im Jahr 2011: Tag der offenen Tür). Trotz Bedarf konnten wir in Alsterberg aufgrund fehlender Mittel noch keine weiteren Kurse etablieren.
    Der Kurs in Curslacker Neuer Deich konnte 2011 weiter etabliert werden. Das Jahr startete mit einem großen Erfolg: Mit Mitteln, die das Wohnschiffprojekt eingeworben hatte und einer Beteiligung von fördern & wohnen konnte der Sportplatz saniert werden und steht nun wieder in bespielbarem Zustand zur Verfügung. So konnte erstmals ein Fußballturnier mit Kindern von MoKip Steilshoop in Curslacker Neuer Deich veranstaltet werden. Zudem fand ein Austausch mit anderen Kursen des Wohnschiffprojekts statt – an dem Herbstfest vor Ort nahm auch der zweite Sport-Kurs teil.
    Bereits im Frühjahr konnten wir einen weiteren Förder- und Orientierungskurs im Mattkamp etablieren. Den Jugendlichen des Jugend-Orientierungskurses konnten wir so nach dem erfolgreichen Abschluss des Kurses in Altona Mitte 2011 zwei Alternativen im Rahmen unseres eigenen Kursangebotes bieten: Unseren Orientierungskurs für junge Erwachsene in Altona und den Förder- und Orientierungskurs im Mattkamp. Zudem vermittelten wir Plätze bei anderen Trägern.
    Das Schwimmangebot für Mädchen und Frauen (Mütter) in St. Pauli wurde nach wie vor sehr gut angenommen. Im vergangenen Jahr konnte es endlich bedarfsgerecht erweitert werden: Mitte 2011 konnten wir mit einem weiteren Schwimmangebot für Mädchen und Frauen in Billstedt starten.
    Im Jahr 2011 konnten wir an die vergangene Arbeit anknüpfen und gleichzeitig unser Angebot, orientiert am Bedarf der Flüchtlings-Kinder und -Jugendlichen, erweitern.

    Angebote an Eltern

    Für die Eltern der von uns betreuten Kinder und Jugendlichen stellt es bisweilen eine große Hürde dar, diese zu ihnen anfangs noch unbekannten Betreuer_innen in die Kurse zu geben. Um eine ausreichende Vertrauensbasis zu schaffen suchten unsere Mitarbeiter_innen von Anfang an den Kontakt zu den Eltern wobei wir wie in den vergangenen Jahren auch im Jahr 2011 durchweg positive Erfahrungen mit diesem Ansatz machten. Einige Anregungen der Eltern konnten wir in unsere Arbeit mit den Kindern einfließen lassen und auch die Teilnahme an Sonderaktionen wie Festen und Ausflügen war so ohne Sorge der Eltern möglich.

    Dank

    Ohne die Unterstützung unserer vielen Spender_innen, des Spendenparlaments, der BürgerStiftung, der BASFI und vielen mehr wäre unsere Arbeit nicht möglich. Vielen Dank!