Am 25. August 2006 feierten wir ein großes Kinderfest zum Abschied der Bibby Altona. Der Film dokumentiert die Arbeit der ersten zehn Jahre und gibt einen kleinen Einblick in das Leben auf den Schiffen. Wir haben ihn wieder entdeckt als wir hörten, dass in Hamburg wieder über neue “Wohnschiffe” für Geflüchtete nachgedacht wird.

Unterstützer_innen

Unsere Arbeit wird derzeit ermöglicht von

  • vielen Spender_innen und Freund_innen
  • der Aktion Mensch
  • der Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration Hamburg
  • der BürgerStiftung Hamburg
  • Conley's Helps!
  • der HIT Stiftung
  • der Jovita Kinder- und Jugendstiftung
  • der Jürgen Senpiel Stiftung
  • der preuschhofstiftung
  • der Ruckriegel Stiftung
  • der Sebastian Cobler Stiftung
  • dem Spendenparlament Hamburg
  • der Stiftung :do
  • der Stiftung Maritim Hermann & Milena Ebel
  • terre des hommes
    Eine Liste all unserer Partner_innen seit Beginn unserer Arbeit findet sich hier.
    Vielen Dank!

  • Jahresbericht 2010

    Jahresbericht 2010 – Integrationsangebot für Kinder und Jugendliche aus Flüchtlingsfamilien

    Ausgangssituation

    Seit mehr als 15 Jahren existiert die Kinderbetreuung durch das Wohnschiffprojekt Altona e.V.. Dabei wurde die Arbeit beständig an die realen Bedürfnisse angepasst – die letzte große Umstellung machte das Projekt nachdem am 30.09.2006 die Bibby Altona abgeschafft und die Zentrale Erstaufnahme nach Horst in Mecklenburg-Vorpommern verlegt wurde. Seitdem arbeitet das Wohnschiffprojekt Altona je nach Bedarf und Ressourcen in den über die Stadt verteilten Folgeunterkünften oder bietet Kurse an zentralen Orten an, zu denen die Teilnehmer_innen einzeln anreisen.

    Im Jahr 2010 wurde die Integrationshilfe auf zwei für das Wohnschiffprojekt gänzlich neue Unterkünfte auszudehnen. Nun sind wir auch im Mattkamp in Billstedt, sowie in Curslacker Neuer Deich in Bergedorf aktiv. In beiden Unterkünften gibt es auch Probleme unter den Flüchtlingen und die Lage vor Ort ist schwierig. Die Angebote starteten dort darum im wesentlichen als Krisenintervention.

    Die Zahl der durch das Wohnschiffprojekt Altona betreuten Kinder und Jugendlichen

    Im Berichtszeitraum nahmen wöchentlich über 100 Kinder und Jugendliche an den angebotenen Kursen Teil. Dabei ist zu berücksichtigen, dass trotz hoher Kontinuität durch wechselnde Teilnahme über das Jahr verteilt mehr Kinder und Jugendliche an den Integrationskursen teilnahmen. An manchen Kursen nahmen so im Laufe des Jahres nahezu alle Kinder (bzw. Jugendliche) der betreffenden Altersgruppe teil.

    Unsere Angebote und pädagogischen Ziele

    Wir führten wöchentlich sechs Angebote für Kinder und Jugendliche durch. Zusätzlich dazu einen zeitlich begrenzten Fotokurs und einen kurzfristig eingerichteten zeitlich begrenzten Sprachförderungskurs für Kinder. Der Mädchen-Computer-Kurs in der Lohkampstraße wurde Anfang 2010 eingestellt und statt dessen durch einen gut besuchter Kinder-Computer-Kurs im Mattkamp ersetzt. Die Kurse wurden schnell wechselnden Bedürfnissen angepasst.

    Darüber hinaus bietet das Wohnschiffprojekt auch Orientierungskurse für junge Erwachsene an. An diesem nehmen auch einige Jugendliche Teil.

    Bei unseren Angeboten achten wir darauf, die Flüchtlings-Kinder und Jugendlichen in ihrer unsicheren Lebenssituation zu unterstützen und dabei weit auf ihre Bedürfnisse einzugehen. Durch positive Alltagserlebnisse sollen Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein gestärkt werden.

    Die durch die Lebenssituation erschwerte Persönlichkeitsentwicklung unterstützen und stabilisieren wir gezielt, auch durch die Möglichkeit Spannungen und Ängste auszudrücken und damit besser zu verarbeiten. In unseren Kursen erwerben die Kinder und Jugendlichen Bildungskompetenz, was ihnen hilft gelöster in die Zukunft zu blicken. Durch Angebote, die bewusst außerhalb der Unterkunft stattfinden, wird den Kindern und Jugendlichen die Umgebung altersgemäß nahe gebracht, so dass sie sich besser in ihrem sozialen Umfeld integrieren können.

    Bei all unseren Angeboten achten wir darauf, auch die Eltern angemessen in die Gestaltung der Angebote mit einzubeziehen.

    Darüber hinaus fanden im Jahr 2010 zwei große gemeinsame Feste statt – eines in Kooperation mit dem Jugendclub Struenseestraße, das andere in Curslacker Neuer Deich.

    Angebote an Eltern

    Für die Eltern der von uns betreuten Kinder stellt es bisweilen eine große Hürde dar, diese zu ihnen Anfangs unbekannten Betreuer_innen in unsere Kurse zu geben. Um eine ausreichende Vertrauensbasis zu schaffen suchten unsere Mitarbeiter_innen von Anfang an auch den Kontakt zu den Eltern. Auch im Jahr 2010 machten wir damit durchgängig positive Erfahrungen. Einige Anregungen konnten wir im vergangenen Jahr in unsere Arbeit mit den Kindern übernehmen.

    Nutzung der Angebote

    In den für das Wohnschiffprojekt neuen Unterkünften Mattkamp und Curslacker Neuer Deich konnten wir bis Ende 2010 in Mattkamp schon über die Hälfte, in Curslacker Neuer Deich über ein Drittel der Kinder und Jugendlichen erreichen. In der Lohkampstraße, in der unser Angebot schon länger besteht, nahmen im Berichtszeitraum alle in Frage kommenden Kinder an unserem Computerkurs teil. Darüber hinaus freuen wir uns über eine große Resonanz auf unsere an anderen Orten statt findenden Kurse, die nahezu durchgehend sehr gut besucht waren.

    Beschreibung der Zielgruppen und deren Problemlagen

    Das Angebot des Wohnschiffprojekt richtet sich hauptsächlich an Flüchtlings-Kinder und Jugendliche. Ihre Situation ist durch ihre Fluchtgeschichte und ihren meist unsicheren Aufenthaltsstatus geprägt. Sie leben in der Regel in von fördern & wohnen betriebenen Unterkünften, die Merkmale eines Lagers aufweisen. Neben der rechtlichen Abhängigkeit von der Unterkunftsleitung (durch das Fehlen eines eigenen Mietvertrags) wird durch die Ähnliche Lebenssituation individuelle Unterschiedlichkeit nivelliert. Alle werden „gleich gemacht“. Das Leben der Kinder und Jugendlichen ist geprägt von der Enge des Raumes, teilweise werden zudem Küchen und Sanitäranlagen von verschiedenen Flüchtlingen geteilt.
    Dabei sind die meisten der Jugendlichen in der Schule integriert, leben jedoch mit ihren Familien in dem abgegrenzten, stigmatisierenden Lebensumfeld der Unterkunft – was auch von außen leicht zu erkennen ist.

    Projektverlauf

    Auch im vergangenen Jahr orientierte das Wohnschiffprojekt seine Angebote an den Bedarfen der betreuten Kinder und Jugendlichen. Durch unsere flexible Arbeitsweise und das hohe Engagement der Mitarbeiter_innen waren wir in der Lage schnell auf neue Situationen einzugehen. So wurde z.B. der Mädchen-Computer-Kurs in der Lohkampstraße Anfang 2010 eingestellt und statt dessen ein gut besuchter Kinder-Computer-Kurs im Mattkamp etabliert. In Kooperation mit dem Kinderhaus Wilhelmsburg wurde kurzfristig ein zeitlich begrenzter Integrationskurs für Kinder angeboten.

    Im Laufe des Jahres etablierten wir Kurse in Curslacker-Neuer-Deich (Sport) und Mattkamp (Computer-Kurse), ohne unser schon in der Vergangenheit bestehendes Angebot zu vernachlässigen. Im Gegenteil: auch das bestehende Angebot wurde ausgebaut.

    In einer monatlichen Sitzung aller Aktiven verständigten wir uns über geplante Projekte und Probleme, so dass sich alle Mitarbeiter_innen mit dem gesamten Projekt identifizierten und bei Problemen helfen konnten.