Am 25. August 2006 feierten wir ein großes Kinderfest zum Abschied der Bibby Altona. Der Film dokumentiert die Arbeit der ersten zehn Jahre und gibt einen kleinen Einblick in das Leben auf den Schiffen. Wir haben ihn wieder entdeckt als wir hörten, dass in Hamburg wieder über neue “Wohnschiffe” für Geflüchtete nachgedacht wird.

Unterstützer_innen

Unsere Arbeit wird derzeit ermöglicht von
  • vielen Spender_innen und Freund_innen
  • der Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration Hamburg
  • der BürgerStiftung Hamburg
  • der Jürgen Senpiel Stiftung
  • der preuschhofstiftung
  • der Stiftung :do
  • terre des hommes Eine Liste all unserer Partner_innen seit Beginn unserer Arbeit findet sich hier.
    Vielen Dank!
  • Erste Willkommensinsel in Athen

    Seit dem 1.8.2011 leben in der Willkommenswohnung drei Flüchtlinge aus Darfur/ Sudan. Wir haben sie alle drei in Igoumenitsa kennengelernt.

    N. ist über anderthalb Jahre in Griechenland. Im Sudan studierte er Rechtswissenschaften und arbeitete als Journalist. Aufgrund seiner Regimekritischen Veröffentlichungen wurde er mehrmals inhaftiert und gefoltert. Er hat die meiste Zeit in Patras und Igoumenitsa gelebt und versucht an einen sichereren Ort als Griechenland zu gelangen. Ohne Erfolg. Stattdessen schlief er im Regen am Strand und auf dem Berg. Die Hetzjagd der Polizei und Hafenbeamte verschlechterte seine psychologische Verfassung stetig. Dennoch hörte er nie auf seinen Mitmenschen mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Trotz etlicher schlafloser Nächte war er für die anderen immer der ruhige und weise „Teacher“. N. ist 29 Jahre alt. Er wohnt seit Anfang August in der Willkommenswohnung und hat seitdem er in Athen ist die Möglichkeit professionell psychologisch betreut zu werden. Ihm geht es seitdem besser. „Das Problem von Sudan liegt nicht im der ethnischen Vielfalt oder den Differenzen zwischen Muslimen und Christen. Das ist reiner Rassismus der von der Regierung und anderen gesät und instrumentalisiert wurde. Die Wurzeln des Problems unseres Landes liegen in der Kolonialisierung, der ungleichen Verteilung von und Zugang zu natürlichen Ressourcen wie Wasser und auch Bildung, der Ausbeutung der Ölvorkommen und der ungleichen Entwicklungsförderung verschiedener Provinzen. Das Problem ist die Ungleichheit! Deswegen haben wir seit Jahrzehnten Krieg.“

     

    A.A. kennt N. aus dem Gefängnis im Sudan. Sie sind befreundet. Im Sudan hat er gearbeitet. Auch er wurde für sein politisches Wirken wiederholt inhaftiert. Der Zwei-meter-mann ist gemeinsam mit N. aus dem Sudan nach Griechenland geflohen. Er steht ihm stets zur Seite, trotz seiner eigenen Probleme. Wie auch N. hatte er zuvor nur wenige Tage in Athen verbracht. Er hatte direkt versucht aus Griechenland hinauszukommen – erst aus Patras, dann aus Igoumenitsa. Er will jetzt Griechisch lernen und Englisch und dann eine Arbeit finden. „Ich will kein Arabisch mehr sprechen. Das erinnert mich an den Sudan, an den Krieg. Ich will mir ein neues Leben aufbauen.“ Durch die Wohnung fühlt er sich dazu in der Lage. „Danke an alle Menschen, die uns unterstützen. Ihr habt uns mehr gegeben, als es je jemand anders getan hat.“

     

    Z. ist schon seit zwei Jahren in Griechenland. Er hat eine Zeit lang auf der Insel Kos gelebt und in dieser Zeit dort Asylantrag gestellt und gearbeitet. Die Lebenserhaltungskosten auf der touristischen Insel waren aber höher als sein Einkommen je sein würde. Er beschloss, zu versuchen nach Nordeuropa zu gelangen und ging nach Igoumenitsa um dort sein Glück zu versuchen. Nach Igoumenitsa geht nur, wer kein Geld für einen sichereren Weg aufbringen kann. Z. schaffte es nicht fort. Seine Asylberwerberkarte lief ab und er versuchte Monatelang sie zu erneuern. Erst im August schaffte er es endlich. Danach erst zog er in die Wohnung ein. Wir lernten Z. in Igoumenitsa nach der großen Razzia am 9.6. kennen. „Wir sind keine Menschen,“ sagte er damals. „Solange wir hier sind in diesem Land betrachtet und behandelt uns keiner als Menschen. Also sind wir keine Menschen. Hoffentlich werden wir irgendwann die Chance bekommen, Menschen zu sein!“ Heute fühlt er sich mehr Mensch. Das Leben bleibt schwer als Flüchtling in Griechenland, aber jetzt hat er einen Schutzort. Z. hat seinen alten Arbeitgeber wiedergefunden und versucht jetzt über ihn einen Job zu finden. „Jetzt fühle ich mich zum ersten Mal ein bisschen Mensch!“

     

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